Ja zugegeben dieser Wochenbericht kommt etwas später als angekündigt, aber besser spät als nie, oder? In diesen 2 Wochen habe ich jetzt auf alle Fälle nochmal richtig viel erlebt. Letztes Wochenende war ich ab Donnerstagabend bei Romy. Eigentlich wollte ich dann Freitag ein bisschen Touri spielen aber da hatte leider Welt beschlossen, so regenmäßig, voll unterzugehen. Also haben wir beide dann am Samstag zusammen einen auf Touri gemacht. Zu erst sind wir mit dem Bus nach Bournmouth und dort sind wir dann in einen Bus nach Swanage umgestiegen. Das lustige an dem Bus war, dass er ein Doppeldecker mit offenen Deck war. Hat man sich gleich nochmal doppelt als Touri gefühlt. Die Busfahrt war auch echt klasse. Es ging über Pool nach Swanage, dass heißt immer schön am Wasser lang und an den ganzen tollen Villen vorbei. Eine Fährüberfahrt war dann auch noch mit inbegriffen und es war so ziemlich die sinnloseste die ich je mitgemacht habe. Der Weg übers Meer, den es zurückzulegen galt, war nämlich gerade mal so 150m. Echt ziemlich lustig. Da hat das Beladen der Fähre deutlich mehr Zeit in Anspruch genommen, als die 2minütige Überfahrt.
Interessant war aber das sich die Landschaft nach dem kleinen Stückchen so total verändert hat. Die andere Seite war nämlich kein Bauland mehr und hatte irgendwie ziemlich großen Goitzsche-Charme an einigen Stellen. Überall diese kleinen Büsche und Sträucher, dazu ein paar Kiefern und Birken haben teilweise dann doch mächtig an Heimat erinnert. Was sich nach der Fährüberfahrt auch dramatisch geändert hatte war irgendwie der Fahrstil unseres Busfahrers. Der fing auf einmal an zu rasen als ob es kein Morgen mehr geben würde. Hatte teilweise eher etwas von einer Achterbahnfahrt, was auch eindeutig den ganzen Hügeln geschuldet war. Ich kann euch aber versichern, dass es echt nur bedingt beruhigend ist oben im Freien zu sitzen, ohne Möglichkeit sich anzuschnallen und der Bus bei einem Affenzahn sich mal wieder leicht in die Kurve legt. Glück hatten Romy und ich aber insofern, dass wir auf der rechten Seite saßen. Die Leute, die links saßen, mussten noch dazu aufpassen nicht von hereinragenden Ästen, denn mit großzügig Baum verschneiden haben sie es hier nicht so, eine gelangt zu bekommen.
In Swanage angekommen haben wir uns dann den historischen Bahnhof angeschaut und lecker Picknick in der Sonne gemacht. Echt klasse! Was wir leider nicht bedacht hatten war, wie viele Leute möglicherweise auf die Idee kommen denselben Bus heimwärts wie wir zu nehmen. Als wir dann 10min vor Abfahrt zu unseren Bus hin sind, stand da schon gut eine Schlange von 30m. Wir hatten aber echt Schmackes. Wir waren die Vorletzten die mitfahren durften auch wenn das eine Rückfahrt auf der Treppe bedeutete.
In der Woche war dann nicht viel Außergewöhnliches. Man könnte diese Woche nur irgendwie als Pub-Woche bezeichnen. 2 Tage und 3mal im Pub! Angefangen hat es am Donnerstagabend. Meine Australier hatten wieder die anderen Gappies aus der Nachbarschule zu Besuch und eine davon ist 18 geworden, also haben sie mich gefragt ob ich mit in den Pub will und es war wirklich ein sehr lustiger Abend. Am Freitag war dann die Verabschiedung von Kathrin, der deutschen Lehreranwärterin, und Elli, auch Lehreranwärterin aber für Geschichte, im Pub. Das ging halb 5 los und da waren wir so ca bis halb 7 dort. War echt eine gemütliche Runde. Man hat vor allem wieder gemerkt wie in dieser kleinen Schule ein ganz anderes Gemeinschaftsgefühl auch unter den Lehrern ist. Richtig toll! Ja und dann hat am Abend noch eine live Band im Pub gespielt. Ich meine sozialen gehabt und meine Französin mit geschliffen und dann sind wir zu um 9 wieder im Pub gewesen. Dort haben wir noch Denise, eine unserer Deutsch und Französisch Lehrerin, mit Mann getroffen. Es war echt ein toller Abend. Nett geschwatzt, Cider in der Hand, tolle Musik und gekickert. Was will man mehr? Schade war nur das keiner mehr mit mir richtig kickern wollte, weil ich gegen alle 3 auf einmal mit einer Hand gespielt hatte und immer noch gewonnen hatte…
Vor meinen Pub-Marathon war ich am Freitag im übrigen im Montacute Haus. Richtig schönes altes Herrenhaus auf dem Lande und wie es sich gehört mit einem hübschen Garten ringsherum. Das Ganze war aber nichts im Vergleich zu dem Longleat Haus in dem ich am Samstag mit Romy war. Gebaut als Herrenhaus hat das ganze schon eher die Ausmaße eines Schlosses mit den dazugehörigen Ländereien. Hinzu kommt das der derzeitige Marquis (englischer Hochadelstitel), der dort wohnt, etwas verrückt ist, denn man kann sich nicht nur fast sein gesamtes Haus anschauen, er hat auch gleichzeitig noch die Hälfte seines Geländes in einen Safari-Park umgewandelt. Da gibt’s dann zum einen diese klassische Tour, wo man mit dem Auto durch die Giraffengehege und so fahren kann, und zum anderen das Geländer für „Latscher“ was schon fast an einen kleinen Freizeitpark erinnert. Klassische Parkbahn und Abenteuerspielplatz, aber auch Simulatoren, Spiegellabyrinth, Streichelzoo, Fledermaushöhle zum begehen, mini Zoo (ähnlich dem Afrika Bereich in Leipzig), normales riesen Labyrinth, riesen See mit Seelöwen und Nilpferden inklusive Bootsfahrt, Gorilla Insel in der Mitte des Sees…. Bis auf den Abenteuerspielplatz haben Romy und ich das auch alles mitgenommen und das war der Hammer. Wobei, bei der Fledermaushöhle wird sie mir wahrscheinlich nicht zustimmen. Das war ein großer dunkler Raum in den man reingehen konnte und ganz viele Fledermäuse einen um den Kopf geflogen sind. Das war total interessant und man konnte sie auch mal von ganz Nahe betrachten, nur Romy war das absolut nicht geheuer und sie hat mich gleich wieder rausgezogen.
Von den ganzen Rest waren wir aber beide eindeutig gleichermaßen stark beeindruckt. Man konnte irgendwie an einige Tiere ziemlich nah ran. Im Afrika Bereich, wo wir gemerkt haben wie verwöhnt wir von der Größe des Leipzigers sind, konnte man zum Beispiel auch ins Gehege der Streifenhörnchen und der Erdmännchen. Das eine Erdmännchen ist sogar halb auf mein Knie geklettert als ich da so gehockt habe zum Fotos machen. Das war echt cool. Richtig nah waren wir dann auch noch an Flusspferden. Die waren nur 2m von unserem Boot im Wasser und der Bootsmann hat auch gleich gemeint „Schauen sie genau hin, so nah kommen sie wahrscheinlich nie wieder an eines heran!“ Da hat er vermutlich recht damit. Was auch noch total lustig war, war das riesengroße Labyrinth. Vergesst Jeßnitz! Das würd ich mal mindestens doppelt so groß schätzen. Wir haben uns natürlich auch richtig schön verlaufen und kamen nur mit Hilfe der Leute an die uns von der Mitte aus gelotst haben zum Ziel. Hat aber trotzdem sehr viel Spaß gemacht und das war allgemein richtiger Teamwork. Als wir oben waren haben wir dann nämlich auch wieder welche nach oben gelotst. Zum Glück gab es dann aber einen kurzen Ausgang….
Danach bin ich noch spontan mit zu Romy und wir haben uns bei ihr noch richtig schön nen Fetten gemacht. Sie war auch so nett und hat mich heute an ihren Laptop schreiben lassen und so kommt ihr jetzt schon zu diesen Bericht, obwohl ich eigentlich überhaupt nicht in Bruton bin. Was wir heute noch machen steht noch nicht so richtig fest, aber egal was: Es ist auf jeden Fall ziemlich lustig mit uns zweibeiden.
So dann wünsche ich euch allen noch ein wunderschönen Sonntag! Lasst krachen!
Die Qli
- Der Marquis auf Longleat sieht ein bisschen aus wie eine Mischung aus Reinhold Messner und Herrn Götsche und hat auf jeden Bild einen anderen Strickpulli an. Selbst auf dem Gemälde von ihm.
- Gestern war die Wettervorhersage wie folgt: Großteils bewölkt und ab und zu Sonne. Ab ca um 4 ging es los mit Hagel und Gewitter und das in einem Land wo es eigentlich weder hagelt noch gewittert.
- Kühe und ich können besser das Wetter vorhersagen. Romy: „Die Kühe liegen. Es wird regnen!“ und sie behielt leider recht. Dafür konnte ich auf die Minute voraussagen wann der Regen endet. 2mal! Romy: „Du bist mein Regeflüsterer!“ *blush*
- Australier sind absolut nicht trinkfest.
- Nur eine besoffene Französin ist eine gute Französin.
- Schönster Dialog von gestern. Ich: „Können wir noch ins Labyrinth?“ Romy: „Klar wenn wir es finden!“
- Frittierte Ananas sind lecker
- Nicht jeder Cider sind schmeckt gleich gut
- Schotten die ihren Mund beim Sprechen nicht aufmachen sind absolut nicht zu verstehen!
- Romy und ich waren im Lidl von Bournmouth. Wir haben uns aufgeführt wie Kinder an Weihnachten die ihr lang ersehntes Spielzeug bekommen. Es war aber auch zu schön so viel deutsches Essen auf einen Haufen zu sehen, obwohl nur ca 20% dort mit unserem Angebot übereinstimmen.
- Über deutsches Essen kann man mit jeden ins Gespräch kommen und philosphieren.
- Es gibt sehr viele Engländer die Deutschland lieben und sich vorstellen könne dort zu leben.
- In unseren Musikdepartments stehen Mac’s mit dazu passendem angeschlossenen Keyboard. Wenn man mal eben schnell was komponieren will. Neid!
- Überall im Land wird der Müll anders getrennt und es ist alles verwirrend.
- Hier gibt es ganz andere Müllautos. In Bruton fahren zB solche Laster rum bei denen die Müllmänner beim Müll einsammeln gleich per Hand zwischen den Glassorten, Pappe und Plastik trennen müssen und das in die verschiedenen „Fächer“ am Laster werfen müssen. Dementsprechend langsam sind sie auch…